Interview mit Jochen

Wir haben Jochen, einen ehemaligen Mitarbeiter, interviewt und möchten von ihm wissen, wie er seinen Einsatz erlebt hat. Er lebt nun in Hessen und ist weiterhin als Krankenpfleger tätig.
- Wie kam damals der Entschluss, einen Missionseinsatz zu machen?
Ich habe in meiner Gemeinde ein Ehepaar kennengelernt, das einen Einsatz mit dem DMÄT gemacht hat. Es hatten mit Dias berichtet. Das hat mich nicht losgelassen und ich wollte auch gerne so einen Einsatz machen. Das war wohl 1995. 1996 bin ich in die Vorbereitung eingestiegen und September 1998 das erste Mal nach Namutamba ausgereist.
- Wann, wo und wie lange warst du im Einsatz?
Ich habe 4 längere Einsätze mit dem DMÄT gemacht. In Namutamba, aber ich habe dann auch „Spezialaufträge“ erhalten. Im Jahr 2005 war ich für 3 Monate im Südsudan und habe dort in einem Kinderheim übergangsweise eine kleine Klinik geleitet. Das war eine sehr besondere Zeit. Sehr herausfordernd, aber ich hatte das Gefühl, etwas bewegt zu haben. Dann war ich 2014 erst für 3 Wochen in Kenia um bei einem Kliniksaufbau zu unterstützen. Auch eine interessante, herausfordernde Zeit. Anfang 2015 ging es dann für mich mit Vision for Africa weiter, aber immer noch als DMÄT’ler. Auch speziell mit schwierigen Phasen, aber dort habe ich dann Rosette (Uganderin) kennengelernt und im November geheiratet. Rekordtempo-verdächtig.
- Was war dein schönstes Erlebnis?
Ein schönstes Erlebnis kann ich so nicht berichten, aber insgesamt war es immer interessant, unterwegs zu sein, verschiedene Orte und Stationen kennen zu lernen.
- Was war dein herausforderndstes Erlebnis?
Jeder Einsatz und Platz hatte seine Herausforderungen, aber im Nachhinein kann ich sagen, Gott hat geführt, geholfen und getragen. Das hat natürlich auch nachher mein Gottvertrauen gestärkt.
- Was hast du im Einsatz neu gelernt und ist dir wichtig geworden zu behalten (persönlich/ kulturell/ Arbeit/ Glauben)?
Wenn man viel in Afrika war, sieht man natürlich auch die Ausländer hier in Deutschland mit anderen Augen. Jedenfalls mir geht das so. Ich habe für mich festgestellt, dass wir Menschen gar nicht so unterschiedlich sind, egal wo wir herkommen. Nur die Umstände und Chancen sind sehr unterschiedlich.
- Wie bist du mit dem Thema Mission in Verbindung geblieben?
Dadurch, dass Rosette aus Uganda kommt, sind wir natürlich mit dem Land weiter sehr verbunden und wir waren in den letzten Jahren auch häufig dort. Wir unterstützen wo wir können die Familie, aber vor allem Kinder, damit sie in die Schule gehen können. Auch eine Freundin von Rosette, die sehr missionarisch ist.
Auch durch die Gemeinde und die immer noch bestehende Verbundenheit mit dem DMÄT ist Mission immer noch präsent.
- Was machst du heute?
Beruflich bin ich weiterhin als Krankenpfleger beschäftigt und die anspruchsvolle Aufgabe als Vater lässt eigentlich nicht so viel Zeit für anderes. Wir leben jetzt in Heskem und haben Joseph, fast 8 und Johanna, 4 Jahre alt.
Vielen Dank, Jochen, für das Interview. Wir wünschen dir und deiner Familie Gottes Segen.