Kumi Drucken E-Mail

Einsatzort



Kumi1.jpgDas Kumi Hospital ist ein kirchliches Krankenhaus, getragen von der anglikanischen Church of Uganda. Es liegt ca. 300 km entfernt von Kampala im Osten Ugandas. Die Gegend ist klimatisch heißer und trockener als West- und Süduganda. Die sehr gastfreundlichen Menschen in dieser Gegend gehören zum Volk der „Iteso“ und sind traditionell Kuhhirten. 1929 wurde das Krankenhaus von der Church Missionary Society als Center für Leprakranke gegründet. Unter der Diktatur von Idi Amin brachen die Infrastruktur und die Arbeit das Krankenhaus völlig zusammen. 1992 diente es vorübergehend als Lager für Flüchtlinge aus der Gegend. Danach ging es schrittweise wieder bergauf, so dass 1997 das Lepra Center offiziell in ein allgemeines Krankenhaus transformiert werden konnte, das heute mit einer Kapazität von rund 350 Betten einen großen Bereich der Gesundheitsversorgung in Ost-Uganda abdeckt. Heute umfasst das Kumi Hospital neben der Ambulanz, dem Labor und der Apotheke eine Vielzahl von Abteilungen wie Pädiatrie, Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin, Private Station, Orthopädie mit eigener Werkstatt, TB-und Leprastation, ein Rehabilitationscenter für Kinder mit körperlichen Behinderungen und die Ernährungsstation. Seit kurzem gibt es eine eigene Homepage des Krankenhauses mit weiteren und aktuellen Informationen: www.kumihospital.org.
 

Arbeit



kumi3.jpg1998 wurden auf Anfrage des Krankenhauses in Kumi vom DMÄT eine Ernährungswissenschaftlerin und ein Agraringenieur entsandt, um eine Ernährungsstation für Kinder mit schwerer Mangel- und Fehlernährung aufzubauen. Seit dieser Zeit unterstützt das DMÄT das Krankenhaus sowohl bei der Finanzierung als auch bei der personellen Besetzung der Ernährungsstation. In der Regel wird die Station von einer deutschen Ernährungswissenschaftlerin oder Kinderkrankenschwester in Zusammenarbeit mit einer einheimischen Sozialarbeiterin geleitet. Des Weiteren fanden schon medizinisch-technische Assistenten, Physiotherapeuten, FSJ'ler, Agraringenieure, Ärzte oder Medizinstudenten die Möglichkeit, sich für 6 bis 12 Monate oder länger in die medizinische Arbeit in den unterschiedlichen Abteilungen mit einzubringen, um gemeinsam mit den einheimischen Mitarbeitern die Not der Bevölkerung dort zu lindern und ihnen dadurch die Liebe Jesu zu bringen.

Projekt



kumi2.jpgDas Hauptprojekt des DMÄT in Kumi ist die Nutrition Unit (Ernährungsstation) des Krankenhauses, auf der Hilfe für mangel- und fehlernährte Kinder angeboten wird. Die Arbeit der Ernährungsstation besteht aus drei Kernelementen:

Akute Hilfe für das unterernährte Kind
Oftmals befinden sich die Kinder in einem lebensbedrohlichen Zustand, wenn sie zur Ernährungsstation gebracht werden. In der Ambulanz werden sie von einem Arzt gesehen, der die notwendigen Maßnahmen und Medikamente verordnet und sie stationär aufnimmt. Dann werden sie auf der Ernährungsstation auf den Grad und die Art ihrer Unterernährung hin untersucht, um sofort mit der richtigen Ernährungstherapie beginnen zu können. In den ersten Tagen müssen die Kinder alle 2 Stunden über Tag und Nacht eine Spezialnahrung bekommen, was sehr gewissenhafte und sorgfältige Betreuung erfordert. Man teilt Mangelernährung ein in Marasmus, Kwashiorkor sowie Mischformen aus den beiden. Der Fortschritt der Kinder zeigt sich beim täglichen Wiegen und in der Entwicklung des Allgemeinzustandes. Geht es einem Kind besser, wird die Spezialnahrung angepasst, so dass es optimal an Gewicht zunehmen kann. Im späteren Verlauf wird dann die Spieltherapie ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation, denn mangelernährte Kinder sind immer auch geistig und physisch zurück geblieben und brauchen daher dringend besondere Förderung.

Schulung der Mütter (oder Väter) in Ernährung und Hygiene
Täglich werden kurze Schulungseinheiten mit den Müttern gehalten, in denen sie über die Grundlagen der Ernährung, über Hygiene, Krankheitsvorbeugung u.a. lernen. Außerdem gehört zu der Station ein großer Garten, in dem für den Eigenbedarf Lebensmittel angebaut werden. Auch dieser dient dazu, den Müttern neue Ideen für ihren Anbau zu Hause zu vermitteln. Durch diesen Unterricht helfen wir, Rückfälle zu vermeiden und gleichzeitig gegen Mangelernährung bei Geschwisterkindern, Nachbarn usw.  vorzubeugen.
Die Schulungseinheiten beginnen immer mit ein paar Liedern, einem Gebet oder einer kurzen Andacht. Denn wir wollen den Menschen vermitteln, dass das Wort Gottes genauso wichtig ist wie unser tägliches Brot (Matthäus 4, 4)

Dorfbesuche
Als drittes Kernelement gehört zu der Arbeit der Ernährungsstation, dass wir in die umliegenden Dörfer fahren, um die ehemaligen Patienten nach zu betreuen und ggf. konkrete  Hilfestellung zu geben z.B. durch ein Moskitonetz, eine Decke, etwas Geld für Milch oder den Bau einer Latrine oder aber einfach durch Beratung. Zum anderen haben die Dorfbesuche zum Sinn, neue Kinder mit Mangelernährung „aufzuspüren“ und in das Krankenhaus zu bringen. Mangelernährung gilt leider sehr stark als Stigma für die Familien und daher werden die Kinder oftmals lieber zum Sterben in der Hütte versteckt als sie ins Krankenhaus zu bringen. Dieses so genannte „Field-Work“ ist eine sehr spannende Arbeit, bei der man ein tiefen Einblick in das Leben und die Kultur der Ärmsten der Armen bekommt.

Unterstützende Projekte
Seit kurzem wird versucht, die Finanzierung der Arbeit auf eine breitere Basis zu stellen – z.B. durch die Anschaffung von Kühen, deren Milch den unterernährten Kindern zukommen soll. Weiteres siehe im Projekt-Flyer.



 
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator
  • JoomlaWorks Simple Image Rotator